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WM-Gold für Margret Klein-Raber

Bei den Senioren-Weltmeisterschaften der Leichtathleten in Tampere (Finnland) hat Margret Klein-Raber vom die bisher einzige Medaille für das Saarland gewonnen. Am 1. Juli 22 siegte sie im Gewichtswerfen der Altersklasse W55 mit 15,53 Metern. Der Sieg war keine Selbstverständlichkeit, denn als Haupt-Konkurrentin hatte die Rehlingerin die Weltrekordlerin Gonny Mik aus den Niederlanden zu fürchten. „Die hat schon17,50 Meter geworfen, ich wäre froh, wenn ich 15 Meter schaffen würde“, schätzte sie ihre Sieg-Chancen gering ein. Hinzu kam der Ärger im Vorfeld, weil ihr Wurfgerät nicht zugelassen wurde.

Margrets erster Wurf wurde mit zufriedenstellenden 14,32 Metern gemessen, die zunächst Platz eins bedeuteten. Das gab immerhin etwas Sicherheit. „Jetzt kann ich was riskieren“, kündigte sie entschlossen an. Tatsächlich steigerte sie sich, bis im dritten Durchgang das 7,26 Kilo schwere Gerät 15,43 Meter weit flog. Bis dahin hatte die Niederländerin nur bescheidene 14,08 Meter zu Buche stehen. Im fünften Durchgang schlug Klein-Rabers Wurfgewicht sogar bei 15,53 Metern ein, aber die Gefahr, übertroffen zu werden, war noch nicht gebannt. Erst als Gonny Mik im sechsten Durchgang mit 14,97 Metern die 15 Meter erneut verfehlte und auf Platz zwei verharrte, konnte Margret auf ihren letzten Versuch verzichten. „Meine Güte, wer hätte das gedacht.“ Ihre Erleichterung und Freude waren mit Händen zu greifen. Eine Stunde später wurde ihr im Ratina-Stadion die Goldmedaille umgehängt.

Dort hatte drei Tage zuvor ihre Vereinskollegin Margit Jungmann als Präsidentin des Weltverbandes WMA die Meisterschaften in einer stimmungsvollen Feier eröffnet. In ihrer Rede betonte sie, wie froh alle seien, dass die Welt-Masters-Leichtathletik drei Jahre nach den letzten Welt-Titelkämpfen in Toruń (Polen) endlich wieder zusammenkommen kann. Als sie rief „We are back, the masters are back”, erntete sie von der Tribüne frenetischen Beifall. Das sollte auch ein Zeichen der Dankbarkeit sein, dass die WMA es geschafft hatte, trotz der komplizierten Corona-Situation eine WM auf die Beine zu stellen. Denn für die Senioren (von 35 bis über 95 Jahre) ist es von großer Bedeutung, bei Meisterschaften Freunde wiederzutreffen und die gemeinsame Leidenschaft für die Leichtathletik zu teilen. Nach der dreijährigen Durststrecke hatten sich 4.618 Athleten aus über 90 Ländern für diese Titelkämpfe gemeldet. Hinter Gastgeber Finnland, den USA und Großbritannien stellt Deutschland mit 319 Gemeldeten das viertgrößte Kontingent. Insgesamt kommen 3502 Masters (so werden die Senioren international genannt) aus Europa, 540 aus Nord-/Mittelamerika und Karibik, 248 aus Asien, 152 aus Südamerika, 107 aus Afrika und 69 haben die weite Reise aus Ozeanien nach Finnland bewältigt. Aus dem Saarland kommen sechs Teilnehmer/innen, davon vier aus Rehlingen. (Beatrix Nowaczyk hat ihre 100 Meter in der Klasse W50 als 19. in 15,08 Sekunden absolviert. Gabi Célette und Claudia Seel sind ab Sonntag (3.7.22) bzw. Dienstag (5.7.22) gefordert.)

Beim Einmarsch der Nationen erhielt die kleine Delegation aus der Ukraine besonders starken Beifall, bevor sie sich auf dem Rasenplatz gemäß alphabetischer Reihenfolge und passender Weise neben den USA aufstellte. So gab es im Tampere Ratina Stadion ganz zufällig auch einen kleinen politischen Fingerzeig.