
EM-Silber für Richard Ringer
„Diese Strecke war fürchterlich!“ Mit diesem Urteil qualifizierte der frisch gekrönte Marathon-Europameister Amanal Petros den Berg-und-Tal-Rundkurs bei den Titelkämpfen in Birmingham. Die brutale Langstrecken-Prüfung über 42,195 Kilometer und rund 600 Höhenmeter beendete Richard Ringer als Zehnter mit einer Zeit von 2:10:05 Stunden. Zusammen mit Vizeweltmeister Amanal Petros (2:09:11 Std.) und dem Deutschen Rekordhalter Samuel Fitwi (2:09:47) wurde er in der Teamwertung – wie 2022 – Vize-Europameister. Der Rennverlauf passte zum Streckenprofil, einer Achterbahn. Vom Start weg übernahm Richard unter 60 Läufern die Spitze, die sich bald zu einer Führungsgruppe mit wechselnden Tempomachern formierte. Die 5-Kilometer-Abschnitte legte Richard folgendermaßen zurück: 15:15 – 15:02 – 15:25 – 15:35 – 15:40 – 14:25 (Petros), 14:50 (Ringer) – 14:59 – 15:25 – 15:48 – 7:13 (für 2.195 km). Zwischen 25 und 30 Kilometern setzte sich Petros mit einem Zwischenspurt ab und lief einen Vorsprung von maximal 54 Sekunden heraus. Wegen der heftigen Beschleunigung der Verfolgergruppe, der Richard aufgrund von Oberschenkelkrämpfen nicht lange folgen konnte, schrumpfte Petros‘ Vorsprung im Ziel auf sieben Sekunden vor dem Zweitplatzierten Pietro Riva (Italien). Den Mannschaftstitel holte Israel mit einer Zeit von 6:28:37 Stunden knapp vor dem deutschen Trio, das mit 6:29:03 Stunden nur 26 Sekunden mehr benötigte.
Im ARD-Interview mit Claus Lufen erklärte Richard den Verlauf des Rennens: „Am Anfang war es recht locker. Als Amanal attackierte, wollte ich alles versuchen und folgte ihm. Aber mein Coach meinte, ich solle zurück zur Gruppe. Die war ja auch stark, hat man gesehen. Aber die ganze Zeit habe ich gemerkt, dass es hinten am Oberschenkel ein bisschen reinkrampfte. Am Ende, als es richtig abging, hat es leider richtig reingezogen. Dann hab‘ ich alles fürs Team getan. Sonst wäre ich gar nicht ins Ziel gekommen. Heute hat es nicht sein sollen. Anscheinend ist mein Körper doch verwundbar. Wir hatten gehofft, Gold zu gewinnen. Deswegen ist schon Enttäuschung da.“