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Vorfreude auf das Pfingstsportfest

Die Freunde der Leichtathletik warten gespannt auf die 57. Auflage des Rehlinger Pfingstsportfestes. Nach zweimaliger Abstinenz (2020 und 2021) dürfen an Pfingstsonntag, dem 5. Juni 2022, erstmals wieder Zuschauer uneingeschränkt ins Bungertstadion pilgern. Sie werden dort ihre Freude haben, denn das Organisationsteam um den LCR-Vorsitzenden Thomas Klein hat die Vorbereitungen mit großem Erfolg vorangetrieben und bereits namhafte Athletinnen und Athleten verpflichten können. Zum zweiten Mal trägt das Rehlinger Meeting das Bronze-Qualitäts-Label des Weltverbandes (WA) als Etappe der “World Athletics Continental Tour“. Damit verbunden sind hohe Ansprüche, was die internationale Besetzung durch Topathleten, die technische Ausstattung und die Leistungsprämien betrifft. Die Einstufung hat für die Athleten deshalb Bedeutung, weil sie für die EM- und WM-Qualifikation zusätzlich zu den reinen Leistungspunkten noch die Qualitätspunkte des Meetings erwerben können.

Eine Paradedisziplin wird zum Beispiel der Stabhochsprung der Männer sein, der wie gewohnt vor der Haupttribüne auf einer mobilen Anlage ausgetragen wird. Das zwölfköpfige Teilnehmerfeld ist komplett und wird von zwei Amerikanern angeführt. Der 22-jährige KC Lightfoot übersprang 2021 in der Halle erstmals die außergewöhnliche Höhe von 6,00 Metern. Bei den Olympischen Spielen in Tokio 2021 bewältigte er im Endkampf 5,80 Meter und landete auf dem respektablen 4. Rang. Zur Bronzemedaille fehlten ihm sieben Zentimeter. Ihm zur Seite springt sein Landsmann Matt Ludwig, der einen Hausrekord von 5,90 aufzuweisen hat, in Tokio aber in der Qualifikation scheiterte. Zum großen deutschen Aufgebot gehören alle drei Olympiateilnehmer Oleg Zernikel (ASV Landau), Bo Kanda Lita Baehre und Torben Blech (beide TSV Bayer 04 Leverkusen). Zernikel wurde voriges Jahr mit persönlicher Bestleistung (5,80 m) Deutscher Meister und erreichte bei den Olympischen Spielen als einziger deutscher Springer das Finale, in dem er mit 5,70 Metern Neunter wurde. Der 23-jährige Lita Baehre hat bereits fünf Deutsche Meistertitel gesammelt. Als damals 20-Jähriger wurde er 2019 Junioren-Europameister. Sein bedeutendster internationaler Erfolg war im selben Jahr der 4. Platz bei den Weltmeisterschaften in Doha (Katar). Seit 2020 steht sein Hausrekord bei 5,81 Metern. Als ehemaliger Zehnkämpfer (7.872 Punkte) ist Blech der vielseitigste unter den Stabhochspringern. Nach seiner Spezialisierung wurde der 27-Jährige in den beiden letzten Jahren Deutscher Hallenmeister. Er verfügt über eine Freiluft-Bestleistung von 5,80 Metern. Der Weltmeister von 2013 Raphael Holzdeppe feiert ein kleines Jubiläum. Der Lokalmatador vom LAZ Zweibrücken steht zum zehnten Mal im Bungertstadion auf dem Anlaufsteg. Seine Bestleistung von 5,94 Metern stammt aus dem Jahr 2015. In der letzten Saison übersprang er zweimal 5,50 Meter, in Rehlingen und bei der DM in Braunschweig. Angesichts der Vorleistungen der Topathleten dürfte der Stadionrekord in Gefahr geraten. Er steht bei 5,72 Metern und wird gemeinsam gehalten von Björn Otto (im Jahr 2012) und Bo Kanda Lita Baehre (2019).

Die weiteren Stabhochspringer:

Vorname Nachname Land/Verein p.B.
Urho Kujanpää Finnland 5,65 m
Lamin Krubally Gambia 5,50 m
Austin Miller USA 5,73 m
Dominik Alberto Schweiz 5,71 m
Tom-Linus Humann Schweriner SC 5,51 m
Luke Zenker TSV Bayer 04 Leverkusen 5,21 m
Bo Kanda Lita Baehre Foto: Rolf Ruppenthal
Bo Kanda Lita Baehre Foto: Rolf Ruppenthal
Raphael Holzdeppe Foto: Rolf Ruppenthal
Raphael Holzdeppe Foto: Rolf Ruppenthal