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Früher "stinkfaul", heute EM-Teilnehmer

    Saarbrücker Zeitung

    vom 12. Juli 2017

    Sport

    Seite D3

    von Manuel Keil

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    aus

    www.leichtathletik.de

    Martin Neumann

    Erstes Finale, erste Medaille für die deutschen Leichtathleten bei der U23-EM: Amanal Petros wurde für seine Initiative über 10.000 Meter belohnt und sicherte sich in 29:34,94 Minuten Silber. Nur der Top-Favorit war am Donnerstagabend in Bydgoszcz besser.

    Nach 5.500 Metern hatten Tobias Blum (LC Rehlingen) und Amanal Petros (SV Brackwede) die Nase im 10.000-Meter-Finale der U23-EM voll. Sie brachten zusammen Tempo ins Bummelrennen. So sprengten sie das bis dato eng beieinander liegende Feld. Wenige Runden später konnte der weiteren Tempoverschärfung von Amanal Petros nur noch Carlos Mayo folgen. Abschütteln ließ sich der Spanier trotz Kilometer-Abschnitten von 2:47 und 2:50 Minuten aber nicht. So musste der Spurt entscheiden. 250 Meter vor dem Ziel attackierte Carlos Mayo und überrumpelte den Bielefelder. Am Ende setzte sich der Top-Favorit in 29:28,06 Minuten gegen den Deutschen (29:34,94 min) durch.

    Stolz und glücklich war Amanal Petros trotzdem und ging auf die verdiente Ehrenrunde. „Ich bin richtig zufrieden mit Silber“, jubelte der 22-Jährige über seine erste internationale Medaille auf der Bahn. Zu gern hätte er aber gesehen, dass auch Carlos Mayo Tempoarbeit macht. Doch der Spanier wollte nicht mehr als zwei Runden führen und schonte sich hinter dem Deutschen. „Das Tempo war von Beginn an nicht hoch, da einige am Samstag noch die 5.000 Meter laufen wollen. Ich vielleicht auch. Aber das entscheiden wir dann am Samstag“, blickte Amanal Petros kurz nach dem Rennen schon wieder voraus.

    Nach dem Silberlauf nahm Tobias Blum seinen Landsmann auf die Schultern und feierte mit ihm die Medaille. Der Rehlinger war ebenfalls mehr als zufrieden mit dem Ausgang des Rennens. In 29:54,02 Minuten lief er auf Platz sechs. „Ich hatte die zwölftbeste Meldezeit. Da ist Rang sechs natürlich super“, jubelte Tobias Blum. „Wir wollten ein gutes Team-Ergebnis abliefern, das ist uns gelungen.“ Zu Rang vier fehlten dem StraßenlaufSpezialisten nur knapp zwei Sekunden. Bronze sicherte sich der Franzose Emmanuel Roudolff Lévisse in 29:42,85 Minuten.