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ROBERT MEURER PLÖTZLICH UND UNERWARTET VERSTORBEN!

ROBERT MEURER PLÖTZLICH UND UNERWARTET VERSTORBEN!

Der LC Rehlingen trauert um Trainerlegende Robert Meurer

Der langjährige Leichtathletik-Trainer Robert Meurer wurde am Dienstag, 5. Mai 2020, jäh aus dem Leben gerissen. Die traurige Nachricht vom plötzlichen Tod des 65-Jährigen erschütterte die saarländischen Leichtathleten und seine Weggefährten zutiefst. 

Robert Meurer kam Ende 1985 als Trainer zum LC Rehlingen und hat seitdem, also 35 Jahre lang, die Erfolgsgeschichte der Rehlinger Leichtathletik entscheidend mitgeprägt. 

Zu Beginn verantwortete er das Training der 400-Meter-Läufer und Mittelstreckler, die Ende der 80er Jahre für Furore sorgten. Unter seiner Ägide stellten Reiner Bies, Martin Groß, Thomas Klein und Werner Klein den noch heute gültigen Saarlandrekord über 4x400 Meter auf. Von seinen damaligen Schützlingen haben manche die Bindung zum LCR bis heute bewahrt. Zum Beispiel Anja Fröhlich, Christoph Freichel, Rainer Hilt und Stefan Schweig. 

Nach der Jahrtausendwende widmete sich Robert auch dem jüngeren Nachwuchs, den er mit seinem abwechslungsreichen, innovativen Training begeisterte. Lob erteilte er gerne in Form von Überraschungseiern, die er in großer Zahl den Kindern und Jugendlichen überreichte. Legendär wurde sein ungewöhnlicher Einsatz von Bananenkartons im Sprung- und Koordinationstraining. Das letzte Jahrzehnt konzentrierte er sich überwiegend auf seine Sprint/Sprung-Gruppe, die bis heute besteht und nun plötzlich verwaist ist. Ständige Mitglieder sind hier Celina Rolgeiser, Fabian Feld, Matthias Gerner, Thorsten Ruf und Jonas Lotz, der seit 13 Jahren, und damit am längsten, zu Roberts Adepten zählt. Seinen späteren Trainer-Kollegen Carsten Schmitt managte Robert im Hochsprung zu der Bestleistung von 2,07 Metern. In dieser Disziplin verdanken ihm auch Patrick Stutz (1988; 2,12 m) und Jens Thielbeer (1999; 2,10 m) ihre Höchstleistungen. Als Lehrwart (später Lehrreferent) des Saarländischen Leichtathletik-Bundes und als Dozent am Sportwissenschaftlichen Institut der Saar-Universität gehörte er zur Avantgarde was Methodik und Didaktik der Leichtathletik betrifft. Immer wieder tauchte er mit neuen Ideen und Instrumenten auf, die er gerne im LCR-Training ausprobierte. Er lehrte nicht nur Leichtathletik, er lernte auch ständig hinzu, indem er wie kein Zweiter Fachliteratur studierte und diese auch mitgestaltete. In seinem letzten Projekt „Ansätze einer progressiven Förderung des SLB-Nachwuchsleistungssports“ regte er an, den Nachwuchs auf den Saar-Rekord in der (ausgestorbenen) Disziplin 200 Meter Hürden anzusetzen. Der Clou: den bisherigen Rekord hält der frühere 100-Meter-Weltrekordler Armin Hary. Nun ist mit Robert wohl auch das Projekt gestorben.

 

Der Schmerz über den Verlust dieses außergewöhnlichen Menschen und Trainers ist immens.

LCR-Vorsitzender Thomas Klein stürzte wie seine Vorstandskolleginnen und -Kollegen in tiefe Trauer. „Mit Robert verlieren wir einen extrem kompetenten und sympathischen Trainer, der für uns eine Institution darstellte. Der LC und die Leichtathletik, das war seine Familie, der er sich mit Leib und Seele widmete. Er hat im Laufe der Jahre die komplette Familie Klein trainiert: meine Frau Jacqueline, meinen Bruder Werner, mich, meine Kinder und meine Nichten.“ Langstreckler Tobias Blum, der an der Sportschule oft mit ihm Kontakt hatte, war fassungslos. „Noch heute Morgen, bevor er zur Schule fuhr, hat er auf Facebook einen Artikel von mir geteilt.“ Jonas Lotz, wissenschaftlicher Mitarbeiter an der Uni und Lehrer in Dudweiler, hat seine Trauer in einem berührenden Text verarbeitet, der gesondert abgedruckt wird.

Lothar Altmeyer, SLB-Präsident, Trainer und Abteilungsleiter am Rotenbühl-Gymnasium, der Robert leblos vor der Schulturnhalle fand, würdigt dessen außergewöhnliche Persönlichkeit:

„Robert Meurer war seit 28 Jahren Lehrwart im SLB. In dieser Zeit startete er zahlreiche Initiativen zur Optimierung der Trainerausbildung im Saarland und bildete mehrere Hundert Leichtathletiktrainer*innen aus. Unvergessen sind z.B. seine innovativen Übungen mit Bananenkisten, mit denen er möglichst viele Kinder für die Leichtathletik begeistern wollte.
Seine gesamte Freizeit widmete er der Sichtung von Fachliteratur zu allen Aspekten der Leichtathletik und der Trainingswissenschaft. Dabei versuchte er stets, die gewonnenen Erkenntnisse mit seinen Athlet*innen in die Praxis umzusetzen, was ihm mit der Erringung einer Vielzahl von DM-Medaillen auch vorzüglich gelang. Seine außerordentliche Fachkompetenz blieb auch dem DLV nicht verborgen, für den er mehrere Jahre im Langsprint als Bundestrainer tätig war. Mit Robert Meurer verlieren wir einen der besten Leichtathletik-Trainer und -Theoretiker, die das Saarland je hervorgebracht hat.“

 

Dr. Wolfgang Killing, der langjährige Leiter der DLV-Trainerschule in Mainz, hat die Nachricht von Roberts überraschendem Tod mit großer Betroffenheit aufgenommen. "Ich verliere einen kompetenten, tüchtigen und liebenswerten Kollegen und Freund." 
Als Lehrreferent des SLB war Robert ein aktives Mitglied der Lehrwartetagungen des DLV. "Robert hat mit seinen Ideen und seiner Kompetenz entscheidend die Modernisierung der Lehre mitgetragen und wichtigen Anteil an der Neugestaltung der Rahmentrainingspläne, u.a. als mein regionaler Partner bei den Vorbereitungen der Foto- und Filmaufnahmen, die die Pläne illustrieren"

 

Vor seiner Trainer-Karriere war Robert Meurer selbst aktiver Leichtathlet. Als Jugendlicher debütierte er bei seinem Heimatverein TuS Reil an der Mosel. 1972 lief er als 17-Jähriger die 100 Meter (auf Asche) bereits in 11,0 Sekunden.  1974 wechselte er zum Post-SV Trier, dem er bis 1979 angehörte. In dieser Zeit stellte er seine persönlichen Bestleitungen auf: 100 Meter in 10,4 Sekunden, 200 Meter in 21,4 Sekunden und Weitsprung mit 7,00 Metern. Nachdem er 1976 sein Studium (Germanistik und Sport) in Saarbrücken aufgenommen hatte, orientierte er sich Richtung Saarland und schloss sich 1979 der LG Ostsaar an. 1981 stellte er seine 100-Meter-Bestleistung ein und kam über 200 Meter auf 21,5 Sekunden. Da er in der Fachrichtung Sport Studienkollege von Birgit Gratz-Hilt und Margit Jungmann war, überrascht es nicht, dass er 1985 als Trainer beim LCR landete. Anlass zu diesem Zeitpunkt war, dass der damalige LCR-Trainer Lothar Altmeyer studienhalber in die USA musste. Für ihn sprang Robert Meurer ein und zündete seine Erfolgsserie.

 

Robert war ein feiner Kerl, der für die Leichtathletik lebte. Trotz seiner überragenden Kompetenz blieb er zurückhaltend, freundlich und bescheiden. Bezeichnend für seine Hingabe war, dass er in all der Zeit keinerlei Ansprüche an den Verein richtete.

 

 

Download Gedenken an Robert von Jonas Lotz

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